Auf der Grundlage der positiven Erfahrungen und Ergebnisse aus den ViFF-Kursen, deren Förderungen durch das Land Niedersachsen mit dem Ende des Schuljahres 2019/20 ausgelaufen sind, führen wir den Musiktheorie-Kurs in veränderter Form weiter.

Spezialkurs Musiktheorie

Musiktheorie für Kinder zwischen 8 und 10 Jahren – geht das? Ja, wenn Kinder über die Grenzen ihres Instruments hinaus neugierig auf Musik sind, wenn sie Spaß daran haben, in einer Gruppe verschiedene Aspekte der Musik, wie Melodie- und Harmonielehre, Instrumentenkunde, musikalische Formen kennenzulernen und selbst kompositorisch aktiv zu werden. Im Rahmen des Spezialkurses erhalten die teilnehmenden Kinder neben ihrem Instrumentalunterricht einmal wöchentlich in Kleingruppen Unterricht in elementarer Musiktheorie, in dem sie von einer sauberen Notenschrift über rhythmische Notations- und melodische Gehörübungen bis zu eigenen kleinen kompositorischen Versuchen die Vielfalt der Musik praktisch kennenlernen.

Bewerbung und Vorspiel zur Aufnahme in diesen Kurs finden einmal jährlich vor den Sommerferien statt.
Der Spezialkurs Musiktheorie wird weiterhin von Prof. Christoph Hempel (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) geleitet.
Prof. Hempel wird in loser Folge in kleinen Beiträgen in Text, Bild und Ton über Ergebnisse aus dem "Spezialkurs Musiktheorie“ berichten.

Schauen Sie von Zeit zu Zeit herein!

Mit einigen exemplarischen Ergebnissen aus der bisherigen Arbeit möchten wir hier einen Einblick in den Spezialkurs Musiktheorie geben.

 

1. Bericht - Kinder komponieren einen Kanon

Kanon - selbstgemacht!

Die Gruppe von sieben Kindern zwischen 10 und 12 kannte sich bereits mit Dreiklängen und ihrer Verwendung in der Kadenz aus und hatte erste Erfahrungen im kreativen Umgang mit gereimten Texten, besonders mit ihrer musikalisch-rhythmischen Gestaltung: Text weiter hier ->

Kanon-Noten: Download PDF hier ->

2. Bericht - Der Cool Cap Rap

Ein selbstgemachter Rap über eine coole Mütze

Bei dieser kleinen Kompositionsübung ging es um den Rhythmus. Rhythmustraining gehört gleichermaßen zur Musiktheorie wie zur Gehörbildung. Rhythmus übt man am besten über die Sprache: Zu acht kleinen Rhythmusmodellen fanden wir rhythmisch passende Wörter, mit denen die Kinder sich den Rhythmus gut einprägen konnnten: Lydia, Jesper und Johannes übten daran das rhythmische Sprechen und das Bestimmen und Aufschreiben von vorgespielten Rhythmen. Es ist nicht so leicht, einen Rhythmus zu einem „gefühlten“ Pulsschlag genau zu sprechen: Text weiter hier ->

Cool Cap Rap-Noten: Download PDF hier ->

3. Bericht - Wellenmusik

Improvisation mit einer Moll-Tonleiter

Tonleitern gehören zum Grundmaterial der Musik. Nach der Dur-Tonleiter haben wir die Moll-Tonleiter besprochen, haben ihre Schritte und Intervalle untersucht und Melodien in Moll betrachtet und gehört. Text weiter hier ->

Audio File 1 = Melodie | Audio File 2 = Ganz

Wellenmusik Noten: Download PDF / Partitur: Download PDF

4. Bericht - Memory

Arrangieren und Produzieren wie im Studio

In diesem Projekt vom September 2020 habe ich mit den sechs Kindern der Musiktheorie-Gruppe einen Ausflug in die Popmusik gemacht. Anlass war die Beschäftigung mit dem wohl populärsten Musicalsong von Andrew Lloyd Webber: „Memory“ aus „Cats“, in dem die alt gewordene Katze in einem melancholischen Lied ihrem früheren Leben als Star nachtrauert. In einem Workshop war der Song vorher choreografisch einstudiert worden.

Im Musiktheorie-Kurs gingen wir nun an die musikalische Gestaltung des Songs. Die Aufgabe bestand darin, das üppige Arrangement der Originalaufnahme so zu reduzieren, dass die wichtigsten musikalischen Verläufe zu einer erkennbaren „Cover-Version“ (so nennt man die Neu-Arrangements populärer Songs) vereinfacht und mit eigenen Mitteln nachgespielt werden konnten. Dabei half natürlich die Technik: Der Umgang mit Tablet, Mikrofon, Keyboard und Aufnahme-App ist den Kindern aus früheren Projekten bereits vertraut. Text weiter hier ->

Rückblick VIFF regional – Förderkurs Musiktheorie 2007- 2020

Mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 hatte das Niedersächsische Kultusministerium in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen ein Modellprojekt zur Förderung hochbegabter Kinder ins Leben gerufen. Das Projekt baute auf den Erfahrungen auf, die am „Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter“ (IFF) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) mit einem auch international beachteten Programm zur Erkennung und Förderung musikalisch hochbegabter Kinder im Alter ab ca. 12 Jahren gewonnen wurden. In einer Vorklasse des IFF (Vor-IFF = VIFF) wurden auch Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren angesprochen. Diese Aufgabe der Hochbegabtenfindung und -förderung erfolgte unter dem Titel VIFF-regional auch in ausgewählten Regionen Niedersachsens.

In Braunschweig, Osnabrück und Hildesheim setzten die örtlichen VdM-Musikschulen ein in enger Abstimmung mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover entwickeltes Förderprogramm für Kinder im erweiterten Grundschulalter um. Unter Einbeziehung von allgemeinbildenden Schulen, Hochschulen, Orchestern und privaten Musiklehrern sprachen die Musikschulen hierzu in ihrem Einzugsgebiet alle musikalisch besonders begabten Kinder an. Diese werden nach bestandenem Eignungstest mit einem besonderen Unterrichtsangebot der Musikschulen in ihrer weiteren Entwicklung unterstützt.

Die Förderung von VIFF-regional erfolgte durch das Niedersächsische Kultusministerium im Rahmen des Programms Hauptsache: Musik Niedersachsen. Die Fördermittel wurden vom Landesverband niedersächsischer Musikschulen verwaltet. Das Förderprogramm VIFF regional lief in der bisherigen Form mit Ende des Schuljahres 2019/20 aus. Die Musikschule Hildesheim war einer der wenigen Standorte dieses Förderprogramms in Niedersachsen. Der Unterricht wurde von Prof. Christoph Hempel mit großem Erfolg geleitet